21. srpnja 2018.

BERAUBT








Josef Leibl kam ganz am Anfang des 20. Jahrhunderts zur Welt, in einem kleinem Dorf am Ufer der Donau, im äußersten Süden von Österreich-Ungarn, unweit von Serbien, wo hauptsächlich Donauschwaben lebten, dazu noch eine kleinere Zahl von Ungarn und Serben. Als sie ihn blutverschmiert, mit geraunter Haut, eingehüllt in ein vorgewärmtes Laken, auf den Arm seiner Mutter gelegt hatten, die von einer fast dreitägigen Entbindung ganz erschöpft war, stieß er seinen ersten, schmerzerfüllten Schrei aus, als ob er gewusst hätte, dass sein Leben, das gerade erst begonnen hatte, mühsam und voller Beschwerlichkeiten sein wird.

Das jüngste Kind wurde mit Ungeduld erwartet, denn seine Eltern hatten schon drei Töchter und die Geburt des Sohnes erfüllte sie mit Erleichterung. Töchter wachsen auf, heiraten und verlassen das Elternhaus, aber ein Sohn bleibt, damit er sich um das Besitztum und die Eltern kümmert, die mit jedem Tag älter werden.

Die Familie Leibl war fleißig und arbeitsam. Der Vater Stefan sagte immer, dass sie nicht reich, aber auch nicht arm seien. Sieben bis acht Joch landwirtschaftlichen Bodens, ein Haus aus Lehmziegeln mit einem großen Vorhof, wo Maria, die Mutter, gleich nach der Heirat Obstbäume gepflanzt hatte, war mit Steinplatten bedeckt, sauber und ordentlich, dahinter war der zweite, wirtschaftliche Teil des Hofs mit Hühner- und Schweineställen, und ein großer Garten... Das war genug, damit die Familie ein angenehmes Leben führen konnte, denn wenn man Land hatte, wo man sein eigenes Getreide und Korn erntete, einen Garten voller Gemüse, welches in musterhaften, gradlinigen Reihen gepflanzt war, einen vollen Schweine- und Hühnerstall, dann konnte kein Hunger herrschen und es durfte ihn nicht geben.

Alle haben gearbeitet – der Vater bearbeitete das Land und kümmerte sich um das Vieh, vom ersten Morgengrauen bis zur vollständigen Finsternis, die Mutter kümmerte sich um den Garten und die Hühner, während die Mädchen - wie sie heranwuchsen – einen immer größeren Beitrag zur Erledigung der Hausarbeiten leisteten. Ihre Aufgabe war, das Haus sauber zu halten, und der kleine Sohn begann schon mit knapp sechs Jahren dem Vater zu helfen; beim Ein- und Ausspannen der Pferde, der Reinigung der Schweineställe, er brachte den Tieren Futter und Wasser, und ging dann mit dem Vater auf das Feld.

Nur im Winter, als die Abende lang waren und im Ofen das Holz knisterte, das der Vater im Sommer allein neben einem Donauärmel gesammelt hatte, gab es Zeit für Gespräche, Singen, Stricken und Handarbeiten, für welche es üblich war, dass schon kleine Mädchen darin einbezogen werden, sobald sie eine Nadel in ihrer Hand halten konnten - und von klein auf wurde ihnen beigebracht, dass sie den Textilienanteil ihrer Mitgift allein fertigen müssen.

Josefs Kindheit war glücklich und ruhig. Nachdem er sonntags aus der Kirche nach Hause kam, spielte er mit den anderen Kindern, die in seiner Straße lebten, während die Mutter Suppe, weiße Sauce, panierte Hühnerschnitzel und einen pflichtmäßigen Kirschkuchen zubereitete. Im Sommer ging er angeln; die Angel war von Hand aus einem langen Zweig gefertigt, der ursprünglich zum Anbinden von Bohnen benutzt wurde, und an einer dünnen Schnur war der Angelhaken angebunden. Niemand war glücklicher als er, als er mit goldenen Karauschen nach Hause kam, die an einen Draht gebunden waren. Die Fische musste er selbst säubern und danach hat sie die Mutter in einer schwarzen Gusspfanne gebraten.

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Es kam das Jahr 1916. Josef erfuhr aus den Gesprächen der Erwachsenen, dass etwas vor sich ging, dass ein Krieg im Gange war, doch weder kümmerte ihn das besonders noch hatte er Zeit dafür. Wie er heranwuchs und kräftiger wurde, arbeitete er mittlerweile gleichermaßen wie der Vater, alle Schwestern hatten geheiratet, so dass er jetzt der jüngste im Hause war. Und er musste gehorchen.

Als eines Tages ein Brief kam, der ein amtliches Aussehen hatte, konnte er nicht wissen, worum es sich handelte. Erst das Weinen der Mutter und das trübselige Schweigen des Vaters ermutigten ihn zu fragen, was los sei. Dann erfuhr er, dass Papa in den Krieg ziehen musste - er wurde einberufen und es war nicht möglich dies abzulehnen. Im Bahnhof des naheliegenden Städtchens sah er viele Väter seiner Freunde aus dem Dorf, die schon in Uniform waren und Rucksäcke trugen, in welche ihre weinenden Frauen ein Stück Speck und einen Brotlaib eingepackt hatten. Als ihn der Vater zum Abschied umarmte und ihm sagte, dass er jetzt schon ein großer Junge sei und dass er ihm die Aufgabe gäbe, für die Mutter und den Hof zu sorgen, verspürte er in sich das bleischwere Gefühl, dass alles endlich ist und dass er den Vater zum letzten Mal sieht.

Es vergingen nicht einmal drei Monate, als sie ein Telegramm mit einem schwarzen Band erhielten – Stefan Leibl ist gefallen, irgendwo an der Russlandfront ist er umgekommen, man weiß sogar nicht, wo seine Knochen liegen. Dann hat er zum ersten Mal laut geweint, nachdem er sich hinter der Maiskammer versteckt hatte, damit er es seiner ganz verlorenen Mutter nicht noch schwerer macht.

Maria konnte den Tod ihres Mannes niemals hinnehmen, noch weniger schaffte sie es, ihre Trauer zu überwinden. Kurze Zeit später wurde sie kränklich, in wenigen Tagen alterte sie um 30 Jahre, ihr Haar ergraute, ihr Rücken krümmte sich... Ihre Augen leuchteten nur dann auf, wenn sie ihren kräftigen, fleißigen und gehorsamen Sohn betrachtete.

Nachdem Josef das 18. Lebensjahr vollendet hatte, lernte er in der Apotheke, als er für die immer schwächere und kränklichere Mutter Medikamente holen ging, Therese kennen, die Tochter des Apothekers. Sie war drei Jahre älter als er, ihre Schulung in einem Wiener Pensionat musste sie wegen dem Krieg abbrechen. Josef verliebte sich in sie, so stark und mächtig, wie es nur in Jugendjahren geschehen kann, die von Leidenschaft erfüllt sind. Therese erwiderte seine Gefühle und bald darauf heirateten sie, trotz des heftigen Widerstands ihrer Eltern, denn sie war eine Apothekertochter, noch dazu wurde sie zu einer Dame erzogen und sie musste jemanden heiraten, der ihresgleichen war, und nicht irgendeinen wortkargen, armen Bauern. Da sie schon volljährig war, konnten sie es ihr aber nicht verbieten, und sie erhielt lediglich eine kleine Mitgift, nur soviel, dass man nicht sagen konnte, dass das Mädchen ihr Elternhaus mit leeren Händen verlassen hatte.

Josef hat das nicht gestört. Er war der glücklichste Mensch auf der ganzen Welt, als seine junge Frau ihrer Schwiegermutter deren letzte Erdentage erleichtert hat, denn die große Grippe im Jahre 1918 hat sie das Leben gekostet. Mit einem Seufzer streichelte sie die Hand des Sohnes und der Schwiegertochter, drehte sich zur Wand und entglitt in die Unendlichkeit, um sich zu ihrem gefallenen Mann zu gesellen, mit dem sie ihr Leben verbracht und die Kinder groß gezogen hatte.


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Wenn der Tag mit schwerer Bauernarbeit ausgefüllt ist, bleibt keine Zeit, um zu trauern. Therese, die aus ihrem vorherigen Leben nur die Liebe zur Musik mitgenommen hatte, und jeden Sonntag auf dem Klavier aus ihrer Mädchenzeit spielte, übernahm schnell und geschickt alle Arbeiten ihrer verstorbenen Schwiegermutter. Und nach kurzer Zeit wurde sie schwanger.

Einer nach dem anderen kamen zwei Jungen zur Welt - Stefan (wie sein Großvater) und Joachim. Danach wurden noch zwei Mädchen geboren. Therese war sich schon sicher, dass es mit dem Kinderkriegen fertig ist, aber dann kam noch das fünfte Kind, Ulrich.

Jetzt musste Josef für sechs Familienmitglieder sorgen und er hat dem, dass er jetzt in einem neuen Staat lebte, nicht viel Bedeutung beigemessen. Dieser trug den Namen Jugoslawien und im Haus hatte nun das Bild des Königs statt jenes des Kaisers zu stehen. Macht ist Macht, sinnierte er, jede sollte man respektieren, die Steuern rechtzeitig zahlen, das Land bearbeiten und sich um das Vieh kümmern. Das Wichtigste ist, dass es Therese und den Kindern gut geht, alles andere wird dann schon in Ordnung sein, redete er oft sich selbst gut zu, wenn er um vier Uhr morgens aus dem warmen Bett aufstand, denn die Arbeit konnte nicht warten.

Die Familie machte Fortschritte, man kaufte noch etwas Land neben dem väterlichen Besitz, welcher dadurch vermindert wurde, dass man etwas davon Josefs Schwestern als Mitgift gegeben hatte. Dann die erste Kuh, kurz danach noch eine, so dass genügend Milch übrig blieb, um Käse und Rahm für den Verkauf herzustellen; denn ein Bauer braucht jeden zusätzlichen Groschen, um alles in das Haus zu investieren.

Arbeitend und sparend, arbeitend und sparend, haben Josef und Therese ein kleines Sparguthaben angesammelt. Das hat jahrelang gedauert und sie beschlossen, ein etwas besseres Haus zu bauen, mit mehr Platz für sie beide und ihre fünf Kinder. Ein Teil nach dem anderen wurde das alte Haus abgerissen, während man Baumaterial kaufte, und die Leibls mussten letztendlich auf nur ein wenig Platz im Hause einer von Josefs Schwestern Unterbringung suchen, bevor das neue Haus drei Monate später fertig war. Es war aus Lehmziegeln, aber groß, mit einem Zimmer an der Straßenseite, einem langen Gang mit einem Mosaik aus gelb-rötlichen Keramikfließen, aus dem man in die Küche und die Zimmer gelangte, wo die Kinder schliefen. Über dem ganzen Haus war ein Dachboden, größtenteils wurde er zur Lagerung von gedroschenem Getreide genutzt, und an dessen Ende war der Teil, wo der Mais entkörnt wurde, daran lehnte sich die Strohkammer an, welche mit der Maiskammer verbunden war.

Eine Mauer, die mit Tannenholz getäfelt war, trennte den vorderen vom hinteren Teil des Hofs und diente als Schutz vor dem Geruch des Viehs. Der Vorderhof war mit Ziegelsteinen bepflastert, ordentlich und sauber wie die Apotheke von Thereses Eltern, mit vielen Blumen, Pelargonien, roten Fliedern und Jasmin, und an der Mauer zur Straße hin war eine Vielzahl von wilden Hibiskusen, während die Sonnenstrahlen spärlich durch die schon großgewachsenen Obstbäume hindurchschienen, von denen jeder ausgiebig Früchte gab. Durch ein gesondertes Tor gelangte man in den sogenannten wirtschaftlichen Hof, wo viele Hühner umherliefen, und dahinter waren der Stall für Pferde und Kühe und die Schweineställe, morgens und abends konnte man das durstige Vieh hören, von diesem Teil des Hofs ging es weiter in den Garten mit unzähligen Reihen von gepflanztem Gemüse, der dank Thereses fleißigen Händen überaus ertragreich war. Das war auch den Kindern zu verdanken, denn sie wussten, dass sie der Mutter helfen mussten; die Jungen halfen weniger, da sie für die landwirtschaftlichen Arbeiten noch zu klein waren, und die Mädchen nahmen an der Arbeit teil, nachdem sie die Zimmer aufgeräumt hatten. Dieser Garten ernährte die ganze Familie und etwas blieb auch für den Verkauf auf dem Markt übrig.

Als das Haus endlich fertig war, wurde es hellgelb gestrichen, mit einem dunkelbraunen, breiten Sockel, vor dem Eingangstor für Fußgänger befanden sich ein paar Stufen, das große Einfahrttor war aus massivem, dunkelbraun gefärbtem Holz, auch an der Mauer aus Ziegelsteinen gab es einen dunkel gestrichenen Sockel. Der stolze Hausherr Josef fertigte eine Tafel in derselben hellgelben Farbe wie das Haus und brachte sie am Dachbodenteil der Fassade an. Diese hatte die Aufschrift:

JOSEF LEIBL 1938

Somit hat er die Pflicht eines jeden Mannes erfüllt, dass er ein Haus baut, in dem seine Frau und die Kinder, die er mit ihr hatte, gemütlich leben werden, und dieses Haus wird für immer das Zeugnis dafür sein, dass JOSEF LEIBL ein redlicher, fleißiger Mensch und ein guter Hausherr war.

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Glück ist jedoch eine relative und flüchtige Angelegenheit. Und niemals dauert es lange.

Für manche Menschen ist Glück ein Kästchen voller Goldmünzen, jener mit dem Antlitz von Kaiser Franz Joseph, diese konnten mehrtägige Vergnügungen in Pest und Wien ermöglichen, mit Bächen von Champagner und vielen schönen Frauen, seidenen Kleidern, Pariser Hüten und funkelndem Diamantenschmuck.

Für andere, wie es Josef und seine Freunde waren, war Glück ein Haushalt, wo nichts fehlen durfte, zehn Joch landwirtschaftlichen Bodens, welcher die Familie ernähren konnte, dass von den Erträgen auch etwas übrigblieb, gesundes Vieh und Schweine in den Ställen, hunderte von Hühnern, die im Gras pickten und jeden Abend frische Eier gaben, an denen noch ein bisschen Blutspuren klebten, der Dachboden voll von Würsten und Schinken, die von den eigenen Schweinen stammten, auf dem Tisch jeden Abend warme, frisch gemolkene Milch und Käse von ihren drei Kühen, auch Schnaps, den Josef vom eigenen Obst brannte.... Und an erster Stelle und am wichtigsten war die fleißige, bescheidene und treue Ehefrau, die eine noch bessere Mutter war, brave und gehorsame Kinder, von denen Uli, der jüngste, ein bisschen aus der Reihe tanzte. Er verbrachte die Zeit immer irgendwo am Donauärmel, wo er angelte und Perlen für seine Mutter suchte. Er war so anhänglich und lieb, dass weder der Vater noch die Mutter im Stande waren, ihn zu tadeln.

Josef Leibl erachtete sich selbst als sehr glücklichen Menschen.

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Fast unmerklich pirschte sich das Jahr 1941 heran.

Noch während des Winters begannen Jugendliche durch das Dorf zu marschieren und hauptsächlich gehörten sie dem Lumpenproletariat an, denn unter diesen Jugendlichen waren keine Kinder aus redlichen Häusern. Sie trugen grüne Uniformen, bald darauf wurde der Verein „Kulturbund“ gegründet, und auf einmal begann man die Wörter FÜHRER und LEBENSRAUM zu benutzen, neben der pflichtmäßigen Hymne DEUTSCHLAND ÜBER ALLES.

Er schenkte diesem keine große Aufmerksamkeit, nur manchmal zuckte er mit den Schultern und stellte sich die Frage, wie denn diese Leute die Zeit finden, um sich mit solchen Unsinnigkeiten zu beschäftigen, während sich er und die anderen Mitglieder seines Haushalts immer die Frage stellen mussten, welcher Arbeit man sich zuerst widmen sollte.

Die Jungen wuchsen heran, mit ihrem Vater arbeiteten sie ebenbürtig und mit derselben Kraft, so wie er es einst neben seinem Vater gemacht hatte, die Mädchen heirateten in gute Häuser und es gab auch schon Andeutungen, dass man bald Enkelkinder haben würde. Therese freute sich, fertigte Stickereien auf Babywesten und strickte Käppchen und Babyschuhe.

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Am Anfang war es kaum bemerkbar, später wurde es aber immer unabdingbarer, und Josef begriff, dass sich das Leben verkomplizierte, dass die glückliche Zeit ihr Ende nahm. So viel er sich auch bemühte, dass nur sein Haus, seine Familie, seine Arbeit die eigenen Gedanken ausfüllen, so konnte er doch nicht gleichgültig gegenüber den unangenehmen Veränderungen in seiner Umgebung bleiben.

Die Menschen wandelten sich; die Mehrheit von ihnen zog sich in sich selbst zurück, die Höfe verließen sie nur, um auf ihre Felder zu gehen, während eine kleinere Zahl von Lumpenproletariern begann, in Uniformen Streifzüge durch die Straßen zu machen... Man begann verschiedene Listen zu fertigen, vom Eigentum der Einwohner, Personenlisten, vor allem von jungen Männern, niemand durfte ohne einen AUSWEIS hinausgehen, und dann bekamen alle im Dorf den Befehl zur Zwangsabgabe von Getreide, Mais, Vieh... Dafür bekam man Anleihescheine, die Menschen wussten jedoch nicht, was sie mit ihnen machen sollten.

Dann begann man, den Angriff auf die Sowjetunion zu feiern.

Von Furcht erfüllt begriff er, dass es nicht gut sein wird, dass dies nicht anders enden konnte als in einer Katastrophe.


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Der Herbst deutete sich erst an, als ein Bote zwei amtliche Briefe brachte – Einberufungen zum Wehrdienst, an die zwei älteren Söhne Stefan und Joachim gerichtet, mit der eindeutigen und in Großbuchstaben geschriebenen Androhung der Zwangszuführung. Therese begann zu weinen und Josef durchfuhr zum zweiten Mal im Leben ein scharfer Schmerz im Brustkorb. Plötzlich sah er vor Augen den Zug, der vor langer Zeit seinen Vater weggebracht hatte, wonach er ihn nie mehr gesehen hat.

Seine Jungen verließen das Dorf. Während sich Josef bemühte, seine verzweifelte Therese zu trösten, verbarg er gleichzeitig vor ihr die eigene fröstelnde Angst. Es kamen selten Briefe von den Söhnen, und jene, die sie bekamen, enthielten mehr zensierte, durchgestrichene Zeilen als die lesbaren, in denen stand, dass sich die Eltern keine Sorgen machen sollen. Später kamen keine Briefe mehr, das von Ungewissheit erfüllte Warten raubte beiden vollständig den Schlaf.

Eines Tages vor Weihnachten – niemals zuvor hatte man ein Weihnachtsfest mit weniger Freude erwartet – klopfte ein junger, kaum erwachsener Bursche in Uniform an der Tür, übergab ihnen ein Telegramm mit schwarzem Band und rannte sofort weg.

Josef wusste gleich, was das zu bedeuten hatte. Mit steifen Fingern, die nicht gehorchen wollten, zerriss er den Umschlag, die schwarzen Buchstaben flimmerten vor seinen tränenerfüllten Augen, er las den sachlich-kühlen bürokratischen Text, der ihnen mitteilte, dass Stefan und Joachim für das REICH gefallen sind.

Seine Sinne waren ganz benebelt, dunkler als die Nacht, um ihn herum war eine Menge von Menschen, deren Namen er sich nicht erinnern konnte, obwohl sie zusammen aufgewachsen waren, Therese war wie irre vor Schmerz und Leid, ein scharfes Stechen durchfuhr den Brustkorb.... all das wechselte sich mit großer Schnelligkeit ab, aber er war dessen überhaupt nicht bewusst. Er strauchelte bei der Erledigung der alltäglichen Arbeiten, aber jemand musste noch Kraft in sich haben. Man hatte keine Leichname, die man hätte beerdigen können, denn man wusste nicht, wo sie geblieben sind; es gab kein Grab, an dem man weinen konnte, auch kein Bild auf dem Grabstein, dass man wenigstens dort die Gesichter der Söhne sehen kann. Das Haus, das mit so viel Stolz und Glücksgefühlen erbaut wurde, war jetzt von Stille erfüllt. Das Jahr 1941 neigte sich dem Ende zu.

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Er konnte sich kaum an die nächsten drei Jahre erinnern, die in einer Art finsterer Betäubtheit verronnen sind. Er bearbeitete die Felder, kümmerte sich um das Vieh, von dem eins nach dem anderen zu sterben begann, im Garten pflanzte er lediglich ein bisschen Gemüse, nur damit sie etwas zu essen haben. Therese war am Boden zerstört. Sie saß nur irgendwo in der Ecke, oft neben dem feuerlosen Ofen, mit Scheiben von rohen Kartoffeln, die sie an ihre Stirn gebunden hatte. Er begann zu rauchen, zuerst zehn Zigaretten pro Tag, um schließlich ständig eine Zigarette zwischen den Fingern zu halten, mit der Glut einer zu Ende gerauchten zündete er sogleich eine neue Zigarette an. Die Tage und Nächte verbrachte er damit, dass er ziel- und endlos durch den leer gewordenen Hof wandelte, damit er seine Frau nicht vor Augen hatte, die außer sich war, mit trockenen Augen, in denen kein Glanz mehr war. Die meiste Zeit starrte sie bewegungslos auf einen Punkt. Er erinnerte sich an die Worte seiner verstorbenen Mutter, die sie gemurmelt hatte, dass der Himmel hoch sei, und der Boden hart. Erst jetzt begriff er, was sie damit gemeint hatte.

Er verstand jetzt, dass der Schmerz seine Farbe hatte – ein schimmerndes Weiß, welches gelegentlich von Schatten durchbrochen wurde. Und im blutenden Herzen breitete sich eisige Kälte aus, welche die Seele fesselte.

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Still und anscheinend langsam brach das Jahr 1945 an.

Nur etwas Weniges baute er auf seinen paar Feldern an, auch dazu musste er sich zwingen. So war es auch mit den anderen Arbeiten, denn niemand fragte ihn, ob er konnte und ob er noch Kraft in sich hatte. In diesem willenlosen Zustand hörte er dann, dass DEUTSCHLAND ÜBER ALLES den Krieg verliert. Dass das Ende gekommen sei. Diese Nachricht bedeutete ihm nichts. Seine Welt hat an jenem Dezembertag aufgehört zu existieren, als sie das Telegramm mit dem schwarzen Band bekommen hatten.

Die Obstbäume waren noch in Blüte, als die neuen Machthabenden kamen, mit einer Kollone von Soldaten mit ernsten Mienen. Schon einen Tag danach, am Rande der Schotterstraße gleich am Anfang des Dorfes, wurde die alte Tafel mit dem Dorfnamen abgenommen und man brachte eine neue an, mit einem roten Stern und den ungeschickt geschriebenen Buchstaben - BAČKO NOVO SELO.

Die Zeit, die bis zu diesem Moment gefühlt still gestanden hatte, brach in Gallop aus, wie ein  junger Hengst, den man lange im Stall gehalten hatte.

Es vergingen nur einige Tage, nicht mal eine Woche, als Josef Leibl den MÜNDLICHEN BEFEHL bekam, dass er als Mitglied der deutschen faschistischen Besatzungsmacht verpflichtet ist, das HAUS mit allen seinen Bewohnern innerhalb von 24 STUNDEN ZU VERLASSEN und es den BEFREIERN zu übergeben. Von den Sachen dürfen sie nur drei Stück Bettzeug und etwas Nahrungsmittel mitnehmen, und alles andere - ALLE Wertsachen, die Haushaltssachen, Kleidung, Nahrungsmittelvorräte, Vieh und Hühner, Pflüge und andere landwirtschaftliche Geräte, natürlich auch der landwirtschaftliche Boden - BLEIBT ZURÜCK. Weiterhin wurde angeordnet, dass er sich mit den wenigen Habseligkeiten am Versammlungsort melden soll, VON WO MAN IHN IN DIE NEUE WOHNSTÄTTE BRINGEN WIRD. An der Strafe für das Nichtbefolgen dieses Befehls konnte kein Zweifel aufkommen.

Eine große Zahl von Männern und Frauen wurde auf einen Fußballplatz unter freiem Himmel gebracht, von den jüngsten bis zu den ältesten, von denen manche sogar nicht auf ihren Beinen gehen konnten, schwarz im Gesicht und außer sich vor Verzweiflung. Unter den Erwachsenen weinte eine Frau, neben ihr noch Hunderte von kleinen Kindern. Drei Tage verharrten sie dort, zusammengequetscht, während es ständig regnete, als ob sich der Himmel geöffnet hätte - die Menschen hatten keinerlei Unterschlupf. Aus den Häusern, die sie bis vor Kurzem noch ihr Eigen nennen konnten, hörte man das Wiehern von Pferden, das Quieken von hungrigen und durstigen Schweinen, das Muhen von Kühen, die nicht gemolken wurden. Die Erwachsenen erkannten die Hilferufe von ihren Tieren, die kein Futter und Wasser hatten. Sie versuchten, mit den Wächtern zu sprechen, die noch junge Burschen ohne richtigen Bartwuchs waren, aber jeder Versuch war erfolglos! Die bloße Andeutung, dass sie zu jemandem von den Wächtern etwas sagen wollten, hatte zur Folge, dass ein Gewehr auf sie gerichtet wurde.


Man trieb sie alle in Militär-LKW-s und brachte sie ein LAGER, irgendwo im Srem. Dieses war von Stacheldraht umzäunt, zuerst waren sie unter freiem Himmel, später in einer notdürftigen Unterkunft in Form von Holzbaracken, die sie selbst bauen mussten. Dort mussten sie ganze zwei Jahre verbringen, nur ab zu bekamen sie etwas zu essen, und auch dann nur sehr wenig, Wasser gab es selten und nur in kleinen Mengen. Brennholz hatten sie keins, sie durften auch keine Äste und Zweige abschneiden, mit denen sie wenigstens ein bisschen Wärme hätten schaffen können. So sehr sie sich auch bemühten, ihre Körperhygiene zu bewahren, war es doch unvermeidbar, dass sie nach einer kurzen Zeit alle voll von Läusen, Flöhen und Wanzen waren. Nach einer kurzen Zeit brachen Epidemien aus.

Thereses Lebensfeuer erlosch schon einen Monat nach der Ankunft im LAGER. Ohne Tränen oder einen Seufzer fasste sie sich an die Brust, umklammerte fest mit ihren dünnen Fingern die Bilder ihrer toten Kinder, röchelte nur kurz und ihr lebloser Kopf fiel auf Josefs Schulter. Die Bilder der zwei Söhne, so jung und schön wie zwei frisch gepflückte Äpfel, fielen auf das schlammige Gras...

Zuerst brach der Scharlach aus, dem bald drei von Josefs Enkelkindern und die älteste Tochter Maria zum Opfer fielen... Als nächstes kamen Typhusfieber und Dysenterie, an der meistens Kinder und alte Menschen starben. Medikamente gab es überhaupt nicht. Die Zahl der Toten wurde immer größer und es war schon schwer, sie zu zählen. Man beerdigte sie schweigend auf einem kleinen Feld und bemühte sich, die Gräber, die man nur anhand der Erdhaufen als solche erkennen konnte, mit improvisierten Kreuzen zu kennzeichnen, die man aus dem Material fertigte, das ihnen zur Verfügung stand.

Ständig gab es endlose Verhöre, die immer abends begannen... Oft waren Schüsse zu hören, welche die Nachtstille unheilvoll durchbrachen.

Die anfängliche Zahl der Lagerinsassen war dezimiert und im LAGER verbrachten sie ganze zwei Jahre. Danach wurden die wenigen Überlebenden in Viehwaggons verstaut und mit Zügen nach Deutschland geschickt. Von allen Mitgliedern der Familie LEIBL waren nur Josef und seine Tochter Sabine, die auch verwitwet war, und ihr schon großgewachsener jüngster Sohn ULI, der dünn wie ein kleiner Baum war, ein Teil dieser Gruppe, die ganz ausgemerzt und in Lumpen war.

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Das Haus der Familie Leibl „bekam“ im Rahmen der Kolonisierung mein Großvater Božo Milošević, der mit meiner Großmutter Anka und ihren fünf Kindern auf diesem Gebiet angesiedelt wurde.

In diesem Haus hauste niemals das Glück! Wirklich NIEMALS!

Der Großvater und die Großmutter trennten sich bald, kirchensprachlich ausgedrückt trennten sie Tisch und Bett. Die Großmutter konnte seine Selbstsucht nicht mehr dulden, auch dass er ein Frauenjäger war, weswegen er mancherlei Krankheiten nach Hause brachte, noch dazu prügelte er sie manchmal blutig, er war auch geizig und hatte einen üblen Charakter. Als Mitglied des sogenannten Volksbefreiungskriegs (er musste sich seit dem Jahre 1942 in Wohnhöhlen im Srem herumquälen, wo sie „nichts zu essen hatten außer Speck und Wein”), bekam er eine gute Arbeitsstelle, vergüngstigte Versorgungskarten, die er nur für sich in Anspruch nahm. Er tat so, als ob die anderen Kinder, außer Branko, dem jüngsten, dem Vater meiner Cousine Snežana, nicht existieren würden. Nur für Branko gab es Brot, Speck, manchmal Wurst, und gelegentlich bekam er sogar eine Schokolade... Und die anderen? Die Großmutter ernährte sie nur mit Mühe, denn der Großvater gab ihr von seinem für diese Zeit sehr guten Lohn keinen einzigen Groschen. Sie arbeitete vom Morgengrauen bis zur Finsternis auf dem Feld und im Garten, fütterte die Hühner und Schweine, ging als Tagelöhnerin arbeiten, und nachts wusch sie die Wäsche, strickte, nähte und flickte mit der Hand die Kleidung der Familie.

Als die Kinder herangewachsen sind und das Elternhaus verließen, besuchten sie oft ihre Mutter, immer nervös und schlecht gelaunt, ständig in Konflikt miteinander. Geschrei, Streit, Uneinigkeit, Vorwürfe, wer wieviel arbeitet und welchen Beitrag er leistet - all das war auch über den Zaun zu hören und die Nachbarn wussten, dass es „Streit geben wird, denn die Familie Milošević hat sich versammelt”.

Als die Enkelkinder zu Besuch kamen, die mehrheitlich hier, neben der Großmutter, aufgewachsen sind, war es ein bisschen besser. Wir mochten uns und vertrugen uns ziemlich gut, wir waren alle um unsere Großmutter versammelt, wie die Küken um die Henne. In der Finsternis, welche das Haus und die schlafenden Obstbäume umhüllte, war ihre Liebe, Zärtlichkeit und Hingabe für uns wie eine Kerze in der dunkelsten Nacht. Wir hatten eine schöne Kindheit, was ausschließlich ihr zu verdanken war. Sie war arm wie eine Kirchenmaus, aber sie gab uns auch die letzte Scheibe Brot, sie liebte uns, pflegte uns, wenn wir eine Lungenentzündung, Bronchitis oder hohes Fieber unbekannter Ursache hatten, sie war die Versöhnerin bei unseren Streitereien und stellte eine Autorität für uns dar, die nicht in Frage gestellt werden konnte.

Meine Mutter starb, als sie kaum das 24. Lebensjahr vollendete... Es starben noch einige andere Familienangehörige. Alle hatten problematische Ehen, waren immer unzufrieden, niemals einheitlich und dessen nicht bewusst, dass dasselbe Blut durch ihre Venen floss. Sobald jemand von den Kindern und Enkelkindern erwachsen wurde und das Elternhaus verließ, begann sein Kampf um die bloße Existenz, er bemühte sich, der düsteren Atmosphäre zu entfliehen, welche im Haus allzuoft dominant war.

In diesem Haus hauste niemals das Glück! Es gab mehr Tränen und Seufzer als schöne Momente und Glücksgefühle.


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Ich war ein junges Mädchen, so um die 13 Jahre, und verbrachte die Sommerferien selbstverständlich bei der Großmutter. Es war ein heißer Tag, früh nachmittags an einem Sonntag im August, als vor dem Haus ein großer OPEL mit ausländischem Kennzeichen anhielt. Aus ihm stieg ein markanter, großgewachsener, grauhaariger Mann, ungefähr in seinen Vierzigern... Zuerst betrachtete er das Haus, streichelte die lilafarbene Blüte eines wilden Hibiskus, der über der Mauer gewachsen war. Dann ging er auf das Haus zu, kam bis zur Eingangstür, kniete vor ihr nieder und küsste die Türschwelle, während aus seinen feuchten Augen Tränen über seine Wangen glitten. Wir betrachteten diese Szene gebannt über die Mauer von außen. Er warf uns einen Blick zu und klopfte zögernd an der Haustür. Als ihm die Großmutter öffnete, grüßte er höflich. Nachdem ihm die Großmutter den Gruß in deutscher Sprache, besser gesagt im Dialekt, erwidert hatte, konnte er ein Lächeln nicht unterdrücken, welches zum ersten Mal auf seinem Mund erschien. Er stellte sich als Ulrich Leibl vor - er war der jüngste Sohn von Josef Leibl. Ängstlich fragte er, ob er hineinkommen könne, um sich das Haus und den Hof anzusehen, wo er aufgewachsen war. Die Großmutter lud ihn freundlich ins Haus ein, worauf er zuerst zum Auto zurückging und mit ein paar bunten Tüten wieder kam, wie wir sie noch niemals gesehen hatten. Er gab der Großmutter Kaffee und Pralinen und uns Kindern eine Menge von Süßigkeiten. Er stand auf, streichelte die Wände, setzte sich im Gang nieder, neben den Tisch, auf dem frisch gemachter Kaffee und Saft standen.

Er bedankte sich dafür, dass man ihn ins Haus HEREINGELASSEN hatte, er erzählte, dass er Arzt sei, und dass die Deutschen erst jetzt begonnen haben, ihn zu akzeptieren, denn er sei als drittklässiger Bürger aufgewachsen..., dass sich sein Vater nie an Deutschland gewöhnen konnte und oft sagte, dass er kein Deutscher sei sondern ein Donauschwabe, dass Papa jedes Jahr häusliche Schweineschlachtungen gemacht hat, zur Verwunderung des ganzen Dorfes... Und dass er mit knapp 50 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben ist. Es ist gut, dass er auch so lange gelebt hat, sagte Ulrich, denn er hatte es nie geschafft, den Schmerz wegen dem Schicksal seiner Familie und seinem Leben zu überwinden. Er hatte einfach nicht die Kraft, um weiter zu leben.

Dann stand er auf, bat um die Erlaubnis, dass er einige Fotos macht, damit er sie seinen Kindern zeigen kann, begab sich danach zum Auto, kehrte aber noch einmal zurück, um das Haus auch von außen zu fotografieren. Und besonders wollte er die Tafel an der vorderen Fassade unter dem Dachbodenfenster fotografieren, jene mit der Aufschrift

JOSEF LEIBL 1938

Dann konnte er die Tränen nicht mehr zurückhalten und sie liefen ihm beständig über die Wangen. Darauf hin verabschiedete er sich, stieg ins Auto und fuhr weg. Die Großmutter wollte und wahrscheinlich konnte sie auch nicht über dieses Ereignis sprechen, dessen Zeugen wir waren. Sie weinte.

Zu dieser Zeit habe ich das Erlebte nicht ganz verstanden, aber ich verspürte ein Schamgefühl, welches mir in diesem Moment unerklärlich war. Als ich älter wurde, wurde mir klar, was dieses Ereignis aus meiner Kindheit zu bedeuten hatte. Dieses Verständnis brachte aber keine Erleichterung und Genugtuung. Im Gegenteil - das Schamgefühl verschwand nicht, es wurde sogar stärker.

Ich gehöre schon lange zum Kreis der Erwachsenen, nähere mich schon meinen Sechzigern und es verrinnen meine letzten „reifen” Jahre.

Die Großeltern leben schon lange nicht mehr, vor vielen Jahren sind sie gestorben, bis zum Ende führten sie ein verlorenes Leben. Auch mein einziges Kind ist nicht mehr am Leben. Wenn ich sterbe, werden nur einige Fotos zurückbleiben. Und meine Texte, dass sie anderen meine Geschichte erzählen, wenn das jemanden interessieren wird. Ich fürchte, das wird nicht der Fall sein. Mein Onkel und meine Tante reden nicht miteinander, sie sind zerstritten, Wenn man sie fragen würde, was der Grund dafür sei, könnten sie keine plausible Antwort geben. In Kontakt sind noch einige von den Enkel- und Urenkelkindern, aber nicht alle. Und niemand von uns ist wirklich glücklich.

Jetzt, wenn ich schon dabei bin, meine Lebensbilanz zu ziehen, bin ich definitiv davon überzeugt, dass jemandes Unglück niemals der Grundstein eines Zuhauses sein kann, in dem Zufriedenheit und Ruhe herrschen. Es ist nicht von Bedeutung, dass wir persönlich keine Schuld tragen, aber wir büßen für fremdes Leid und die Golgatha von anderen Menschen.

Die wahren Schuldtragenden, auf beiden Seiten, sind entkommen. Ungestraft.  


Übersetzung aus dem Serbischen: Robert Kovač